Um sich vorzustellen, was wir praktisch mit der Kompetenz meinen, hier einige Beispiele, wie Kompetenzen mit Situationen verknüpft sind, die uns in unserem realen Leben oder bei der Freiwilligenarbeit begegnen. Diese Kompetenzen können durch verschiedene Teilaufgaben und Überlegungen beim Aufbau der Situation oder des Ziels entstehen.
Situation 1: Organisation eines mehrtägigen internationalen TreffensTeilaufgaben: Kommunikation mit den Teilnehmenden, Berücksichtigung der unterschiedlichen Erwartungen und Erfahrungen der Teilnehmenden, spontane Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Gruppe, Priorisierung der individuellen Bedürfnisse und Verfolgung der Gruppenziele.
Kompetenzen: Führung (wenn du das Treffen koordinierst), Kommunikation, Kreativität und Problemlösung, Flexibilität, Projektmanagement.
Situation 2: Planung eines Wochenendausflugs mit Freund:innenTeilaufgaben: Kommunikation mit den Teilnehmenden, Berücksichtigung der unterschiedlichen Erwartungen der Teilnehmenden, Abdeckung des Backup-Plans.
Kompetenzen: Führung, Kommunikation, Kreativität und Problemlösung.
Mehr Situationen ansehenSituation 3: Individuelle Reisen ins Ausland
Teilaufgaben: effektive Kommunikation in einer Fremdsprache, kulturelle Rücksichtnahme, Vorbereitung, Planung verschiedener Optionen (Unterkunft, Transport, Verpflegung, etc.).
Kompetenzen: Fremdsprache, Arbeit mit Informationen, interkulturelle Kommunikation, Selbständigkeit, Selbstmanagement, Kommunikation.
Situation 4: Planung einer Lernsitzung mit einem/einer Freund:in vor einer Prüfung
Teilaufgaben: Berücksichtigung unterschiedlicher Arbeitsstile und -rhythmen, Planung eines geeigneten und effektiven Studienplans, effektive und faire Aufgabenteilung, Berücksichtigung anderer Ressourcen, wenn ein ungelöstes Problem auftaucht
Kompetenzen: Führung, Kommunikation, Kreativität und Problemlösung, Teamarbeit, Effektivität, Arbeit mit Informationen
Situation 5: Bewerbung auf eine Stelle und Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch
Teilaufgaben: effektive schriftliche und mündliche Kommunikation, Analyse der Stellenbeschreibung, Nachweis von Computerkenntnissen, gezielte Eigenwerbung, Förderung einer flexiblen Einstellung.
Kompetenzen: Arbeit mit Informationen, Computerkenntnisse, Förderung, Effektivität, Kommunikation, Flexibilität.
Situation 6: Trainer:in einer Sportmannschaft sein
Teilaufgaben: Sensibler und rücksichtsvoller Dialog mit den Spieler:innen, auf gute Ergebnisse hinarbeiten, dynamisches und integratives Training, Verwaltung der Zeitpläne der Spieler, effektive und integrative Beobachtung.
Kompetenzen: (interkulturelle) Kommunikation, Förderung, Führung, Teamarbeit, Effektivität, Kreativität und Problemlösung.
Situation 7: Fremden helfen, sich zurechtzufinden
Teilaufgaben: aufgeschlossene und einfallsreiche Kommunikation, Flexibilität und Bewusstsein für das eigene Umfeld.
Kompetenzen: interkulturelle Kommunikation, Fremdsprache, Kreativität und Problemlösung.
WENN MAN ÜBER KOMPETENZEN IN WORKCAMPS SPRICHT, IST ES OFT…
…leicht, die "harten Kompetenzen" zu benennen, die die Freiwilligen entwickelt haben: z. B. in einem Projekt mit landwirtschaftlicher Arbeit: wie man mit verschiedenen Pflanzenarten arbeitet, wie man Pflanzen in Permakultur anbaut. In einem Projekt mit Bauarbeiten, Restaurierung, Renovierung: Grundlagen der Archäologie, wie die Renovierung eines alten Gebäudes oder einer Burg von Anfang bis Ende funktioniert, wie man große Steine am besten bewegt, wie man mit alten Techniken des Hausbaus arbeitet usw.
…ziemlich schwer zu benennen, welche "weichen Kompetenzen" sich entwickelt haben: In der Regel tauchen Kommunikation in einer Fremdsprache und vielleicht Unabhängigkeit auf, aber andere ‘weiche’ Kompetenzen sind schwer zu reflektieren und zu formulieren, welche sich während des Projekts entwickelt haben. Die Lösung für dieses Problem wird in den nächsten Kapiteln angeboten.