Reaktionen von Menschen bewusst zu sein, die mit Trauma konfrontiert sind. Im Folgenden werden wir auf die sechs häufigsten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung eingehen.
1. Zu den emotionalen SymptomenZu den emotionalen Symptomen eines posttraumatischen Traumas können Angst, Traurigkeit, Wut, Scham, Angststörungen usw. gehören. Die Bandbreite der Emotionen hängt vom individuellen Charakter einer Person ab. Wenn du ein Gruppenmitglied bemerkst, das die oben genannten Gefühle ausdrückt, ist es wichtig zu verstehen, dass seine Gefühle höchstwahrscheinlich nicht mit dir oder anderen Teilnehmenden persönlich zusammenhängen, sondern die Symptome des Durchlebens der traumatischen Situation sind.
2. Zu den körperlichen SymptomenZu den körperlichen Symptomen können Schlafstörungen, somatische Beschwerden (z. B. körperbezogene Schmerzen oder Schwäche), neurologische Probleme usw. gehören. Um einer Person mit diesen Symptomen zu helfen, ist es notwendig, auf körperlicher Ebene zu handeln. Konkretere Schritte werden im Abschnitt „Wie man Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung helfen kann“ dieses Textes beschrieben.
3. Kognitive SymptomeKognitive Symptome können durch eine negative Einstellung zum täglichen Leben, den Glauben, dass die Welt kein sicherer Ort ist, Menschen seien gefährlich usw., auftreten. Eine traumatisierte Person mit kognitiven Symptomen kann jede aktuelle Situation fälschlicherweise als gefährlich interpretieren, wenn sie, auch nur entfernt, ein früheres Trauma widerspiegelt . Eine traumatisierte Person kann sich in einer Gruppe von Menschen als „Fremde:r“ fühlen. Ein weiteres kognitives Symptom sind Flashbacks oder bestimmte “trigger” (dt: “Auslöser”): ein Geräusch, ein Geruch, eine körperliche Empfindung oder eine visuelle Szene, erinnert die eine traumatisierte Person an die Erfahrung, auch wenn sie sich außerhalb dieser vergangenen Situation befindet. Beispiele für “trigger” für eine Person mit Nachkriegsstresssymptomen könnten z.B. ein lautes Geräusch sein, das an einen Bombenangriff, eine Explosion oder einen Luftalarm erinnert, das Geräusch eines Flugzeugs oder Hubschraubers, das für militärische Zwecke eingesetzt wird usw. Diese Beispiele sind sehr individuell, da sie von der traumatischen Situation abhängen, die einer Person passiert ist. Ein weiteres kognitives Symptom ist De-realisation: langes Schweigen, monotone Stimme oder Antworten, die nicht dem Kontext oder der Situation entsprechen.
4. VerhaltenssymptomeVerhaltenssymptome erkennt man an Vermeidungsverhalten, zwanghaftem (z. B. übermäßigem Essen) oder impulsivem (z. B. sehr riskantem) Verhalten, Aggressivität oder Hilflosigkeit, wenn eine Person nicht in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Beispiele könnten sein, zu viel oder zu oft Alkohol zu trinken, in einer Situation zu weinen, die normalerweise nicht emotional ist, die Kommunikation mit anderen Menschen zu vermeiden oder ihnen gegenüber zu aggressiv zu sein.
5. Soziale SymptomeSoziale Symptome äußern sich hauptsächlich in einem Gefühl des Verrats und mangelndem Vertrauen gegenüber anderen Menschen. Beispiele hierfür sind Angst, neue Leute kennenzulernen und Gespräche mit ihnen zu beginnen oder sogar einkaufen zu gehen, soziale Aktivitäten oder Gruppengespräche zu vermeiden, das Gefühl, von anderen beobachtet und beurteilt zu werden, geringes Selbstwertgefühl und Angst, von anderen kritisiert zu werden, und das Vermeiden von Blickkontakt.
6. Zu den EntwicklungssymptomenZu den Entwicklungssymptomen zählen Verwirrung, Wut, Angst, Leistungsschwäche oder Rückzug aus der Gruppe. Beispiele hierfür sind verbale oder körperliche Aggression gegenüber anderen, Unsicherheit gegenüber anderen Menschen oder starke Stimmungsschwankungen.
Symptome können im Laufe der Zeit variieren, sie wiederholen sich jedoch ständig. Sie können auftreten, wenn eine Person allgemein gestresst ist oder Flashbacks erlebt. Die Symptome können sich verstärken, da der Auslöser in einer gewöhnlichen Situation liegen kann, die von anderen nicht erkannt wird. Sobald Gruppenleitung, Campleitung oder Jugendbetreuer:in über den Hintergrund eines Teilnehmers informiert sind oder zumindest einige allgemeine Informationen kennen (z. B. dass in dem Land, aus dem die Person kommt, Krieg herrscht), kann dies zusätzliches Bewusstsein und die Möglichkeit schaffen, Traumasymptome zu erkennen .